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Warum gefriert Meerwasser nicht bei 0 Grad Celsius?

Warum gefriert Meerwasser nicht bei 0 Grad Celsius? – Chemie: Meerwasser hat einen höheren Salzgehalt als Leitungswasser, wodurch der Gefrierpunkt gesenkt wird. Erfahre, warum Salzwasser bei ca. -2 °C gefriert und wie die Gefrierpunktserniedrigung funktioniert. Interessiert? Dies und vieles mehr findest du im folgenden Text!

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Warum gefriert Meerwasser nicht bei 0 Grad Celsius?
lernst du in der 7. Klasse - 8. Klasse

Grundlagen zum Thema Warum gefriert Meerwasser nicht bei 0 Grad Celsius?

Warum gefriert Meerwasser nicht bei 0 Grad Celsius? – Chemie

Hast du dich schon einmal gefragt, warum im Winter mit Salz gestreut wird? Wasser hat einen Gefrierpunkt von 0 C\pu{0 °C}. Daher beginnen Seen und Flüsse, ab dieser Temperatur zuzufrieren. Meerwasser dagegen gefriert bei diesen Temperaturen noch nicht. Aber warum ist das so? Welchen Unterschied gibt es zwischen Meerwasser und Süßwasser?

Ganz einfach: Meerwasser hat einen deutlich höheren Salzgehalt als unser Leitungswasser oder das Wasser in Seen und Flüssen. Dieser führt dazu, dass der Gefrierpunkt des Wassers durch die Zugabe von Salz gesenkt wird – Wasser gefriert dann bei einer niedrigeren Temperatur.
In diesem Lerntext erfährst du, einfach erklärt, wo der Gefrierpunkt von Salzwasser liegt und was die Gefrierpunktserniedrigung ist. Es werden die Fragen beantwortet, ob Salzwasser einfrieren kann, wann gesättigtes Salzwasser gefriert, warum Salzwasser langsamer als normales Wasser gefriert und was der Gefrierpunkt von Meerwasser ist.

Wann gefriert Salzwasser? – Erklärung und Definition

Wasser gefriert bei einer Temperatur von 0 C\pu{0 °C} und Eis schmilzt bei eben dieser Temperatur. Wasser und Eis liegen dabei in einem Gleichgewicht vor. Es lösen sich genauso viele Wassermoleküle aus dem Eis, wie sich andere Wassermoleküle an das Eis binden. Das Gleichgewicht zwischen dem festen (links) und dem flüssigen (rechts) Zustand von Wasser kannst du im folgenden Bild sehen:

Gleichgewicht Wasser Schmelzen und Erstarren

Warum hat Salzwasser einen niedrigeren Gefrierpunkt?

Wenn man Salz – in unserem Fall also Natriumchlorid (NaCl\ce{NaCl}) – dem Wasser zugibt, liegt es in gelöster Form vor. Es findet eine Ionenbildung statt: Es entstehen positiv geladene Natrium- und negativ geladene Chloridionen. Das positiv geladene Natriumion zieht das partiell negativ geladene Sauerstoffmolekül des Wassermoleküls an. Das Chloridion ist negativ geladen, sodass die partiell positiven Wasserstoffe des Wassermoleküls in Richtung des Chloridions zeigen. Man spricht dabei von der Hydratation von Ionen. Durch diesen Vorgang wird die Eiskristallbildung gestört und damit wird der Gefrierpunkt erniedrigt – man nennt dies auch Gefrierpunktserniedrigung.

Wenn eine Salzlösung nun gesättigt ist, kann das Wasser kein weiteres Salz mehr aufnehmen. Dieses gesättigte Salzwasser gefriert bei 21 C\pu{-21 °C}. Dies ist die maximal mögliche Gefrierpunktserniedrigung. In Meerwasser sind etwa 35 g\pu{35 g//{\ell}} NaCl\ce{NaCl} enthalten. Bei einer solchen Konzentration gefriert das Meerwasser bei 2 C\pu{-2 °C}. Übrigens spielen bei der Gefrierpunktserniedrigung natürlich auch andere Salze wie z. B. Sulfate eine Rolle und auch ihr Gehalt in der Lösung beeinflusst das Gleichgewicht zwischen flüssigem und festem Zustand.
In der Tabelle ist der Gefrierpunkt von Salzwasser verschiedener Konzentrationen gezeigt.

Gewässer Salzkonzentration in g\pu{ g//{\ell}} Gefrierpunkt in C\pu{°C}
Süßwasser 0 bis 1 0,0
Brackwasser 1 bis 10 0 bis −0,6
Meerwasser 35 −2
Totes Meer 280 ca. −21
gesättigte Kochsalzlösung 356 −21

Im folgenden Diagramm kannst du selbst den Gefrierpunkt von Salzwasser in Abhängigkeit der Konzentration abschätzen:

Gefrierpunkt von Salzwasser bei verschiedenen Konzentrationen

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Warum wird im Winter Salz gestreut?

Bei einer Temperatur unter 0 C\pu{0 °C} beginnt Wasser zu gefrieren. Es entsteht ein festes Kristallgitter. An der Eisoberfläche sind die Wassermoleküle jedoch nur lose miteinander verbunden – sie bilden einen dünnen Wasserfilm. Gibt man nun Salz, also Natriumchlorid, auf diesen Wasserfilm, wird die Gitterstruktur des Natriumchlorids aufgelöst. Die positiv geladenen Natriumionen und die negativ geladenen Chloridionen werden von den Wassermolekülen umgeben, sodass sich diese weniger an das Eis binden können. Dieser Vorgang bewirkt, dass durch die Natrium- und Chloridionen kontinuierlich Wassermoleküle aus dem Eiskristall herausgelöst werden. Die Kristallbildung wird gestört, das Eis taut und es entsteht eine Salzlösung. Die Zugabe von Salz zu Wasser verhindert zudem, wie wir im vorherigen Abschnitt gesehen haben, dass Wassermoleküle bei unter 0 Grad Eiskristalle aufbauen, denn die Salzlösung gefriert erst bei geringeren Temperaturen – der Gefrierpunkt des Wassers sinkt.

Die Tatsache, dass sich das Eis bei Zugabe von Salz auflöst, macht man sich im Winter zunutze. Durch Salzstreuen werden die Straßen wieder eisfrei.

Dieses Video

In diesem Video lernst du, warum Meerwasser nicht bei null Grad gefriert. Außerdem weißt du nun auch, warum man im Winter Salz streut, um das Eis auf den gefrorenen Straßen zu beseitigen.

Im Anschluss an das Video und diesen Text findest du Übungsaufgaben, um dein erlerntes Wissen zu überprüfen. Viel Spaß!

Transkript Warum gefriert Meerwasser nicht bei 0 Grad Celsius?

Wir nutzen es meist ohne nachzudenken: Das Wasser. Dabei ist es nicht nur nass, sondern hat auch noch andere Eigenschaften, beispielsweise gefriert es bei null Grad Celsius. Der Chemiker Andreas Celler vom University College in London zeigt uns in einem Experiment, warum Salzwasser sich ganz anders verhält. Celler nimmt dafür eine Schüssel voll mit Eiswürfeln. Das Thermometer zeigt null Grad an. Das ist gleichzeitig der Gefrierpunkt von Wasser und der Schmelzpunkt für Eis. Bei null Grad entsteht ein Gleichgewicht zwischen Wasser und Eis, Wassermoleküle lösen sich aus dem Eis und gleichzeitig binden sich andere Wassermoleküle an das Eis. Nun gibt Celler ein wenig Kochsalz dazu und rührt. Die Temperatur geht weiter runter. Aber, schau an, das Wasser gefriert nicht. Der Grund: Die Natrium-und Chloridionen aus dem gelösten Salz, hier in blau und rot dargestellt, bringen das Gleichgewicht aus den Fugen. Die geladenen Teilchen umgeben sich mit den Wassermolekülen. Das führt dazu, dass die Anzahl von Wassermolekülen, die vom Eis eingenommen werden können, weniger sind. Das Wasser gefriert langsamer, Wissenschaftler nennen das die Gefrierpunktserniedrigung. Und der aus Italien stammende Chemiker Andreas Celler gibt noch mehr Salz ins Eis. Aber irgendwann geht der Gefrierpunkt auf dem Thermometer nicht mehr weiter runter und zwar bei minus einundzwanzig Grad Celsius. Der Grund: Das Wasser kann kein Salz mehr aufnehmen, man spricht von einer gesättigten Lösung. Ganz so viel Salz ist in Meerwasser übrigens nicht enthalten. Meistens sind es in etwa fünfunddreißig Gramm pro Liter. Das ist aber genug, um das Meer später zufrieren zu lassen. Ungefähr bei minus zwei Grad.

3 Kommentare
  1. Ich stimme euch zu:)

    Von Marc Luca S., vor mehr als 5 Jahren
  2. Da stimme ich dir zu :)

    Von Quyenlinhdao, vor etwa 6 Jahren
  3. Spannendes Video:)

    Von Sngohung, vor etwa 6 Jahren

Warum gefriert Meerwasser nicht bei 0 Grad Celsius? Übung

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